Checkliste für das richtige Heim PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Administrator   
Montag, den 29. Dezember 2008 um 13:47 Uhr

 

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Heime gewähren den Bewohnern einen besonderen Schutz. Das Heimgesetz gibt Ihnen bestimmte Rechte, die eigens für Sie geschaffen wurden. So regelt das Heimgesetz, daß zwischen dem Heimträger und Heimbewohner ein Vertrag geschlossen werden muss, in dem die Leistungen des Trägers im Einzelnen beschrieben sind. Weiterhin räumt das Heimgesetz den Bewohnern Mitwirkungsrechte ein. Schließlich unterliegen Heime der staatlichen Überwachung durch die Heimaufsicht.

 

Drei Typen von Seniorenheimen und die Kurzzeitpflegeeinrichtung können differenziert werden:

 

Im Senioren-/Altenwohnheim haben die Senioren eine abgeschlossene Wohnung mit der Möglichkeit, einen eigenen Haushalt zu führen und im Bedarfsfall eine Betreuung und Pflege zu erhalten. Für Seniorenwohnheime und der ähnlichen Wohnform „Betreutes Wohnen“ kann ein eigenes Informationspapier von der BAGSO angefordert werden.

 

Das Senioren-/Altenheim ist für ältere Menschen gedacht, die keinen eigenen Haushalt mehr führen wollen oder können. Die Haushaltsführung und die Essensversorgung werden im Heim übernommen.

 

Senioren-/Altenpflegeheime dienen der umfassenden Betreuung und Pflege dauernd pflegebedürftiger älterer Menschen. Dabei sollte eine ganzheitliche Betreuung gewährleistet sein, wobei nicht nur die Pflegebedürftigkeit, sondern auch die seelischen und persönlichen Bedürfnisse zu beachten sind. Wichtig ist eine aktivierende Pflege, durch die vorhandene Fähigkeiten erhalten bleiben. Außerdem sind rehabilitative Angebote wünschenswert, um Fähigkeiten, die durch eine schwere Krankheit verloren gegangen sind, wieder aufzubauen.

 

Viele Pflegeheime bieten die Möglichkeit zur Kurzzeitpflege. Es gibt aber auch spezielle Kurzzeitpflegeeinrichtungen. Wenn pflegende Angehörige z.B. für die Dauer von Urlaub, Krankheit oder Kur nicht pflegen können, stehen diese Einrichtungen pflegebedürftigen Personen zur Verfügung. Auch für die Zeit nach einem Krankenhausaufenthalt ist die Kurzzeitpflege  eine gute Möglichkeit, um wieder Kräfte zu sammeln und danach in die private Wohnung zurückzukehren. Die von der Pflegekasse unterstütze Aufenthaltsdauer in der Kurzzeitpflege beträgt vier Wochen.

 

Zwischen den Heimen gibt es erhebliche Unterschiede, die von einer reinen Versorgungsanstalt bis zu einem „Hotelbetrieb“ mit Schwimmbad, Rehabilitations- und Unterhaltungseinrichtungen sowie täglich wechselndem Veranstaltungsprogramm reichen. In jedem Fall lohnt sich ein Preis-/Leistungsvergleich. Denn ein geringer Preis muss nicht unbedingt eine geringe Leistung bedeuten. Vielmehr gibt es auch Heime, die für ein erschwingliches Geld Einbettzimmer und hervorragende Leistungen bieten. In solche Heime kann man in der Regel nicht sofort einziehen, sondern man muss eine Wartezeit in Kauf nehmen. Aus diesem Grund sollte beizeiten ein Vergleich angestellt und die Wahl getroffen werden. Sich auf die Warteliste setzen zu lassen bedeutet nicht, dass man zu einem bestimmten Zeitpunkt umziehen muss. Man kann durchaus den Wunsch äußern, weiterhin auf der Warteliste zu bleiben.

 

A) Fünf Schritte zum richtigen Heim

 

1. Die Finanzierung

 

Zunächst ist zu klären, welche Finanzierungsquellen Ihnen zur Verfügung stehen. Rente, Eigenkapital und Leistung aus der Pflegeversicherung sind dabei die wichtigsten Quellen. Die Höhe der Leistungen aus der Pflegeversicherung richtet sich nach der Pflegebedürftigkeit und wird unabhängig von eigenen finanziellen Mitteln gewährt. Reichen die genannnten Finanzierungsquellen nicht aus, so kann Sozialhilfe beantragt werden.

 

2. Die Suche nach einem geeigneten Heim

 

Nach der Finanzierungsfrage müssen Sie entscheiden, an welchen Ort Sie ziehen wollen: ruhig, zentral, in der Nähe Ihrer Kinder etc. ?

 

Wenn Sie diese Fragen für sich geklärt haben, sollten Sie sich auf die Suche vor Ort begeben. Wenden können Sie sich dabei an:

  • die Pflegekassen, die über eine Pflegeheim-Übersicht mit Preisen verfügen
  • die Sozial- und Altenhilfeabteilungen der Gemeinden, die oft kostenlose Informationsbroschüren mit Namen, Anschrift und Kurzbeschreibung der Heime erstellt haben
  • Seniorenvertretung Ihrer Gemeinde
  • Wohlfahrtsverbände und private Träger
  • Altenheimadressbücher

 

Wenn Sie mehrere Adressen von Heimen ermittelt haben, fordern Sie dort schriftlich oder telefonisch detailliertes Informationsmaterial (mit Angaben zu Ausstattung, Service und Preis) an.

 

3. Die Vorauswahl

 

Im nächsten Schritt vergleichen Sie das Informationsmaterial eingehend miteinander. Für eine erste Vorauswahl helfen Kriterien wie Finanzierbarkeit, ausreichender Komfort und individuelle Wünsche wie z.B. Haustierhaltung. Dann können Sie auf die Checkliste zurückgreifen, die wir für Sie entwickelt haben, um einen genauen Vergleich durchzuführen. Suchen Sie aus den verschiedenen Informationsblättern und Prospekten der Heime die Informationen heraus und tragen Sie sie in die Checkliste ein. Fehlen Ihnen wichtige Informationen, so haken Sie nach und klären Sie offene Fragen bei der Besichtigung.

 

4. Die Besichtigung

 

Die Heime, die Ihnen interessant erscheinen, sollten Sie besichtigen und detaillierte Fragen vor Ort klären.

  • Vereinbaren Sie mit der Heimleitung einen Besuchstermin und lassen Sie sich alles so genau wie möglich zeigen und erklären.
  • Nehmen Sie sich ausreichend Zeit für diesen Termin.
  • Ergänzen Sie in dem Gespräch die noch offenen Punkte in Ihrer Checkliste.
  • Nutzen Sie auch die Möglichkeit, ein persönliches Gespräch mit den Bewohnern und/oder dem Heimbeirat zu führen.
  • Bitten Sie darum, dass man Ihnen einen Muster-Heimvertrag mit nach Hause gibt. Leistungen, die für Sie wesentlich sind, sollten im Heimvertrag angeführt sein – nur dann haben Sie Anspruch darauf. Lesen Sie deshalb den Heimvertrag genau durch. Ziehen Sie nach Möglichkeit noch eine Person hinzu. Sie brauchen bei Ihrem Besuch noch nichts zu unterschreiben – weder einen Vertrag noch eine Anmeldung! Prüfen Sie zuerst zu Hause in Ruhe den Heimvertrag und Ihre Eintragungen in dem Fragebogen.
  • Fragen Sie nach der Möglichkeit des Probewohnens. Manche Heime bieten an, dass Interessenten einige Tage/Wochen im Heim zur Probe wohnen. Eine Führung durch das Haus verschafft Ihnen nicht die Einblicke, die Ihnen ein Aufenthalt geben kann.

 

5. Die Anmeldung und der Vertrag

 

Haben Sie sich für das für Sie geeignete Heim entschieden, so vereinbaren Sie  einen weiteren Termin mit der Heimleitung für die Anmeldung. Vorab sollten Sie für sich geklärt haben, ob Sie so schnell wie möglich - sobald ein Platz frei wird - ins Heim einziehen wollen oder ob Sie sich nur voranmelden wollen, mit anderen Worten: Sie ziehen erst dann ein, wenn Sie sich nicht mehr selbst versorgen können oder zu dem Termin, der in Absprache mit dem Heim vereinbart wird. Es gibt eine Reihe von Heimen, die spezielle Regelungen für die Anmeldung und den Eintritt ins Heim vorgeben. So kann z.B. ein Bewohnerdarlehen schon bei der Anmeldung fällig werden. Oder die Zahl der Aufrufe, wenn ein Heimplatz frei wird, ist begrenzt. Sollten zwischen der Anmeldung und dem tatsächlichen Eintritt ins Heim mehrere Jahre liegen, empfiehlt es sich, vor dem Abschluss des Heimvertrages die Merkmale des Heims und den Mustervertrag noch einmal zu prüfen. Wichtig ist: Die Wohnung/das Zimmer und die Dienstleistungen sollten genau beschrieben sein.

 

Interessenvertretung der Heimbewohner

Die BIVA (BundesInteressenVertretung der Nutzerinnen und Nutzer von Wohn- und Betreuungsangeboten im Alter und bei Behinderung e.V., Vorgebirgsstr. 1, 53913 Swisttal, Tel. 02254 / 70 45 oder 28 12, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. ) bietet Heimbewohnern und Angehörigen die Möglichkeit, Informationen zu erhalten und Erfahrungen auszutauschen. Ferner tritt die BIVA als Fachverband für eine Stärkung der Rechte der Bewohnerinnen und Bewohner aller Heimarten und Wohnformen ein. Sie steht Ihren Mitgliedern bei Fragen und Problemen mit Rat zur Seite.


B) Checkliste: Das richtige Heim

 

Hinweise zur Benutzung

 

Gut informiert zu sein, erleichtert die Auswahl des richtigen Heims. Daher ist es wichtig zu wissen, welche Fragen die Informationsmaterialien der Heime und das persönliche Gespräch mit der Heimleitung beantworten sollen. Mit der Checkliste geben wir Ihnen ein Hilfsmittel an die Hand, das die wichtigsten Fragen zusammenfasst. Selbstverständlich kann dieser Fragebogen nicht vollständig sein. Zum einen haben Sie ganz spezifische Wünsche, zum anderen sind die Heime sehr unterschiedlich, so dass nicht alle Besonderheiten durch den Fragebogen abgedeckt sein können. In der Rubrik „Sonstiges“ finden Sie jedoch genügend Platz, diese spezifischen Punkte selbst einzutragen.

 

Wenn sich die Fragen mit „ja“, teilweise „ja“ oder „nein“ beantworten lassen, so können in die dafür vorgesehenen Spalten bei „ja“ 1 Punkt, bei teilweise „ja“ ein halber Punkt und bei „nein“ Null Punkte eingetragen werden. Die Summe der Punkte verschafft Ihnen dann einen Überblick über die Qualität des Heims.

 

Laden Sie sich die Checkliste hier als pdf-Datei herunter.

 

[Quelle: Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO) e.V., BAGSO Checklisten unter dem Link: http://www.bagso.de/publikationen.html, Stand 12. Februar 2008]

 

Zuletzt aktualisiert am Montag, den 16. Februar 2009 um 07:50 Uhr